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Mal so gesehen …

Ansichten, Sichtweisen, Einblicke, Durchblick und mehr gewähren wechselnde Autoren an dieser Stelle. Meldet sich Gabor Baksay zu Wort, nimmt er in der Regel die großen Ausstellungen wortspielerisch unter seine Lupe.

Das KuK-Team berichtet von Wissenswerten, was sich so zwischen Transport, Hängung und Gesprächen abspielt. Ab und zu tauchen auch Experten tiefer ein in kunstwissenschaftliche oder restauratorische Details rund um einzelne Werke. Auf jeden Fall wird’s hier persönlich – und spannend. Es sei explizit betont, dass diese Rubrik einen subjektiven Charakter hat.

"Erinnerungs-Rundgang" am Museumstag

KuK-Besucher konnten am Internationalen Museumstag, an dem das Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen sich seit vielen Jahren regelmäßig beteiligt, eine besondere Führung erleben - und mitgestalten!

Anliegen des "Erinnerungs-Rundgangs" durch die Bruce-Davidson-Retrospektive war schließlich, Meinungen, Gefühle, Assoziationen, vor allem aber die namensgebenden Erinnerungen bei den Teilnehmern zu aktivieren, indem ausgesuchte Motive aus der Ausstellung als Gesprächsanlass genutzt wurden. Die Äußerungen wurden lediglich durch Impulsfragen angeregt, nicht gelenkt. Nebenbei erfuhren die Teilnehmer*innen auch einiges über Bruce Davidson und seine Arbeiten.

 

War die aktive Beteiligung anfangs noch etwas verhalten, entwickelten sich im weiteren Fortlauf konstruktive Gespräche, in die viele der Anwesenden auch ganz persönliche Sichtweisen und Erfahrungen einbrachten. Insbesondere die Serien "Brooklyn Gang", "Time of Change" und "East 100th Street" regten zum Austausch über damals vs. heute und verschiedene Perspektiven auf Jugend, Andersartigkeit, Vorurteile und soziale Gefälle an.

Anonymisiert, um die Privatsphäre der Besucher*innen zu wahren, haben wir während des Rundgangs (in Klammern jeweils die Serie von Bruce Davidson, die zu dem jeweiligen Gesprächsthema anregte) einige interessante Zitate aus der Runde gesammelt. Sie geben individuelle Meinungen und Erfahrungen wider, dienen jedoch als Denkanstöße für jeden, der sich hierfür Zeit nehmen mag:

 

 

"In der Hektik einer Großstadt kann man als älterer Mensch nicht immer so gut mithalten. Man hat ein anderes Tempo." (bei: Widow of Montmartre)

"Vielleicht ist man als älterer Mensch zufrieden, wenn man auf ein schönes Leben zurückblicken kann und dann gleichzeitig junge Menschen um sich herum sieht." (bei: Widow of Montmartre)

"Früher war ein Zirkus noch etwas Besonderes, eine andere Welt, die man erleben könnte. Heute hat man über die Medien ständig Zugriff auf andere Welten." (bei: The Circus/The Dwarf)

"Auch heute noch ist es ein großer Unterschied, ob man Dinge live vor Ort erlebt oder vor dem Fernseher verfolgt. Das Live-Erlebnis ist viel eindringlicher." (bei: The Circus/The Dwarf)

 "Die jungen Menschen auf den Bildern lehnen sich auf gegen Mief, sie wollen raus aus dem Gutbürgerlichen." (bei: Brooklyn Gang)

"Die Revolution der Jungen gegen die Alten wiederholt sich in jeder Generation. Und sie ist das Recht der Jugend." (bei: Brooklyn Gang)

"Heute hat sich was geändert. Eltern und Kinder sind sich viel ähnlicher, Eltern werden zu Freunden, die ihre Kinder ermutigen, eigene Erfahrungen zu machen. Früher gab es dagegen vielmehr Verboten, gegen die junge Menschen aufbegehren konnten." (bei: Brooklyn Gang)

"Schau dir heute nur den Trump an mit seinen Mauern, die er bauen will. Diese Abgrenzung kommt wieder." (bei: Time of Change)

"Es ist fast erschreckend, wenn man sich vor Augen hält, dass es erst Anfang der 90er Jahre war, dass eheliche und uneheliche Kinder bei uns gleichgestellt worden sind." (bei: Time of Change)

"In den 60er Jahren sind Menschen für Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung auf die Straße gegangen. Heute geht die Entwicklung teilweise wieder in die andere Richtung." (bei: Time of Change)

"Früher kam das häufiger vor, dass Menschen, die anders ausgesehen haben, ausgegrenzt worden sind." (bei: East 100th Street)

"Es gibt auch heute noch Stadtviertel, in denen sich die Eliten von den anderen abgrenzen. Gleichzeitig entstehen Viertel, in denen besonders viele Menschen aus einem Kulturkreis zusammenziehen." (bei: East 100th Street)

"Die Anonymität nimmt zu. In einem Zug oder einem Bus reden die Menschen kaum miteinander." (bei: Subway)

"Manchmal ist das so, dass Menschen befremdet reagieren, wenn man sie anlächelt." (bei: Subway)

"Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, werde ich immer angelächelt. Wenn ich dann zurück lächle, dann ergeben sich viel schneller Gespräche." (bei: Subway)


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