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Die Stipendien des Projekts Economy meets Art sind nun an Kunstschaffende der StädteRegion Aachen vergeben worden

Die Kunst präsentiert sich im Herbst noch vorwiegend digital.

Unter dem Motto „Kreativität statt Resignation“ haben sich zahlreiche Kreative aus der Region auf unsere Ausschreibung für die EMA-Stipendien gemeldet. Immer noch leiden viele Kunstschaffende in der Region unter der langen Zeit des Mangels an Auftritts- oder Präsentationsmöglichkeiten ihrer Kunst. Daher wurde Anfang des Jahres einstimmig der Beschluss gefasst, das im vergangenen Jahr erfolgreiche Format der Künstler_innen-Stipendien aus Mitteln des Projekts „Economy meets art“, etwas stärker an die aktuelle Situation angepasst, erneut zu vergeben. 19.000 Euro standen dazu zur Verfügung. Stipendien mit Summen von 500 Euro bis 2000 Euro werden nun an 14 Bewerber_innen vergeben.

Die Aufgabe bestand darin, Konzepte zu entwickeln, die dazu beitragen, die gewachsene Kulturlandschaft wiederzubeleben. Erst seit wenigen Wochen lassen die Bedingungen Veranstaltungen mit Publikum auch im Innenraum zu, weshalb auch konzeptionelle Arbeit an zukünftigen Projekten und digitale Formate erwünscht waren. „Es ist schön zu sehen, dass es trotz der bei weitem noch nicht wieder entspannten Lage von den Kunstschaffenden viele spannende Projektvorschläge gab und einige Kreative sich am liebsten mit mehreren Projekten beworben hätten. Ideen gibt es sehr viele – bleibt zu hoffen, dass gerade die Projekte mit Publikum im Herbst auch noch wie geplant realisierbar sind“, beschreibt Tanja Wessolowski von der Stabsstelle Kultur S16 ihren Eindruck.

Die finanzielle Situation der Kunstschaffenden bleibt dramatisch: Abgesagte Veranstaltungen in der ersten Jahreshälfte haben tiefe Löcher in die Kassen gerissen und bedrohen in vielen Fällen die komplette Existenz der Künstler, erst langsam beruhigt sich die Lage wieder. Die interdisziplinär zusammengesetzte Jury hat nun getagt und sich alle Bewerbungen aus den Sparten Film, Fotografie, Kleinkunst, Literatur, Performance und Theater angesehen. Bei vielen Künstlern war die Jury erstaunt über die guten und kreativen Ideen und man merkt, dass viele Ideen noch in digitalen Formaten realisiert werden.

Deutlich wurde, dass die Kunst in jeder Sparte sich das Publikum vor Ort wünscht, auch, wenn zur Zeit vermehrt nach Alternativen gesucht wird, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Dazu gab es Ideen die Projekte an mehreren Orten gleichzeitig, dafür mit weniger Menschen oder in Form einer Videoübertragung zu realisieren. Dazu bietet die Innenstadt von Aachen mit ihrem großen Anteil an leerstehenden Ladenlokalen gute Möglichkeiten, wie anhand der Projektideen deutlich wurde: So hat sich die Aachener Malerin Birgit König sieben Schaufenster in der Innenstadt gesucht in der ihre Kunstausstellung als Video präsentiert wird. Eva Weissenböck wird mit zwei weiteren Schauspielerinnen in Gastronomie und Geschäften Performances unter dem Titel „Aus-gestellt“ zeigen. Die Schauspielerin Alessandra Ehrlich wird dagegen die Kettenreaktion unter dem Titel „dance ǀ re ǀ public Livestream von der Straße“ zahlreicher regionaler Künstler am 26.09.2021 an verschiedenen Orten in der Innenstadt moderieren, die Christoph Giebeler mit Christoph Goergens filmt und live überträgt und auf youtube auch danach noch einsehbar ist.

Im Bereich Musik hat sich die Jury entschieden, sowohl die Realisation des Aachener Musikers Moses Christoph zu unterstützen, als auch den multimedialen Konzertmitschnitt der Band Senor Porpedo mit Gästen aus den Kunstparten Film, Tanz, Musik und Licht. Eine Reihe von Fensterkonzerten im Hof, von Milos Sous initiiert, ist in diesem Jahr ebenfalls eines der geförderten Projekte. Außerdem unterstützt ein weiteres Stipendium die Sparte „Jüdische Musikkultur“ der Livestream-Konzertreihe #KlangraumFinkenberg in Stolberg, die von Axel Neudorf in Leben gerufen wurde. Die Komposition und Präsentation von „Soundscapes“ des Aachener Musikers Yossef El Idirssi konnten ebenfalls im Rahmen des Stipendiums unterstützt werden.

Aber auch klassische Formate zu unterstützen war der Jury ein Anliegen, da Künstler, wie Wendelin Rader alias Jupp Hammerschmidt, der von seinen Auftritten lebt, erst jetzt mit seinem „Best of“ – Programm wieder auftreten kann. Drei seiner Veranstaltungen werden durch das Stipendium nun unterstützt. Auch die Ausstellungen „5 aus 3“ mit Künstlern aus der Region, den Niederlanden und Belgien, die in Würselen von Willi Lemke organisiert, sowie die Idee von Vera Sous gemeinsam mit 13 Frauen in einer Ausstellung in der Galerie S. den Themen „Heimat“ und „Zuhause“ auf den Grund zu gehen, werden gefördert. Mit ihrer Aktion „Carpe Diem“ werden Ela Moonen, Bella Rasch und Martin Stockberg mit Schülern und Senioren zu einem besonderen Miteinander einladen und dies in künstlerischen Fotografien festhalten.

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Zisterzienserinnenkloster,  St. Jöris

Besonders freut sich die Jury auf die von María Voth Velasco geplante Performance ihrer selbst entworfenen und hergestellten Kleidungsstücke im Bunker of Arts. „Es ist schön, eine Bewerbung zu sehen, die sich gesellschaftskritisch mit Mode auseinandersetzt und nicht reine Performance ist“ so die Jury.

Insgesamt war es der Jury besonders wichtig mehrere kleinformatige Projekte zu fördern, die den einzelnen Künstlern helfen können. „Es ist uns wichtig in dieser schweren Zeit Projekte von Kunstschaffenden zu unterstützen, weil uns die lebendige Kulturlandschaft in der StädteRegion Aachen am Herzen liegt“, bestätigt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier.

EMA-Stipendien in 2021 erhalten:
Moses Christoph
Alessandra Ehrlich
Youssef El Idrissi
Christoph Giebeler
Birgit König
Willi Lemke
Ela Moonen, Bella Rasch und Martin Stockberg
Axel Neudorf
Wendelin Rader
Andreas Reinard
Milos Sous
Vera Sous
María Voth Velasco
Eva Weißenböck, Anna Scholten und Barbara Portsteffen

 


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